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Kolpingjugend Workcamp in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Bereich: Kolpingjugend
Freitag, 11. August 2006
Vom 04. bis zum 10. August 2006 fand das diesjährige Workcamp der Kolpingjugend Diözesanverband Berlin in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück statt. Seit nunmehr 10 Jahren engagiert sich die Kolpingjugend an dem Ort des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück. In diesem Jahr fand wieder ein „großes“ Workcamp statt. Das bedeutet, dass wir über eine längere Zeit und mit internationaler Beteiligung das Camp veranstalteten.
10 Jugendliche aus dem Kosovo konnten wir nach Deutschland einladen, um mit uns gemeinsam die Zeit in Ravensbrück sinnvoll zu nutzen. Leider kam nur eine Teilnehmerin aus dem Zentralverband Polen zu uns. Wir haben uns aber sehr gefreut, dass zumindest eine Polin mit uns dort arbeitete. Aus Deutschland nahmen 17 Kolpingjugendliche an dem Projekt teil. Dass insgesamt 28 Jugendliche unser Projekt unterstützten, war für uns und die Gedenkstätte eine wirklich positive Überraschung. 2003 fand das letzte „große“ Camp mit Jugendlichen aus dem Kosovo statt. In diesem Jahr konnten wir die Einladung an die Kolpingjugendlichen ermöglichen, da wir freundlicherweise finanzielle Unterstützung erhalten haben. Renovabis, die Solidaritätsaktion der Kirche in Mittel- und Osteuropa, hat uns einen anschaulichen Beitrag zu dem Workcamp bewilligt. Weitere Mittel konnten wir aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes und vom Kolpingwerk Berlin gewinnen, wodurch die Finanzierung des Projektes gesichert wurde. Vielen Dank!
Am 04. August trafen die TeilnehmerInnen im Laufe des Tages in der Jugendherberge Ravensbrück ein. Begrüßt wurden sie von starkem Regen und freundlichen Gesichtern. Am Abend kamen die Kosovaren am Flughafen in Berlin Tegel an. Ein Kleinbus und ein PKW standen bereit, um die Jugendlichen nach Ravensbrück zu fahren. Ravensbrück liegt bei Fürstenberg an der Havel und ist etwa 80 Kilometer von Berlin entfernt. Als die Gruppe dann nachts in der Jugendherberge ankam und die anderen Teilnehmer kennen lernten, sangen die Kosovaren das erste Mal albanische Volkslieder für uns. Im Gegenzug versuchten wir für unsere Gäste zu singen.
Am Samstag nutzten wir den Tag, um uns und die Gedenkstätte kennen zu lernen. Ab 15 Uhr trafen dann die ersten Kolpinger ein, die der Einladung nach Ravensbrück gefolgt waren. Alle Kolpinger und Gemeindemitglieder aus der näheren Umgebung waren eingeladen, mit uns gemeinsame Stunden in Ravensbrück zu erleben. Auf dem Programm stand anfangs eine Führung über das Gelände der Mahn- und Gedenkstätte und eine inhaltliche Einführung in das Thema. Um 18 Uhr konnten wir dann im ehemaligen Zellenbau einen Gottesdienst mit dem Weihbischof Wolfgang Weider feiern. Etwa 30 Kolpinger waren der Einladung gefolgt, so dass wir eine Gruppe von etwa 60 Gläubigen waren, die einen intensiven und nachdenklichen Gottesdienst erleben durften. Im Anschluss gab es die Gelegenheit zu einem verregneten Abendessen vom Grill. Wir haben uns sehr gefreut, dass so viele Kolpinger nach Ravensbrück gekommen sind. Hoffentlich war dies nicht ein einmaliger Besuch der Gedenkstätte. Die Kolpingjugend wünscht sich, dass sich das Kolpingwerk in seiner Gänze in der Mahn- und Gedenkstätte engagiert. Schließlich war es 1995 das Kolpingwerk, das die Kontakte nach Ravensbrück aufgebaut hat. Dort gibt es viel zu tun und für das Kolpingwerk wäre es eine wirkliche gute Chance einen neuen inhaltlichen Schwerpunkt zu setzen. Wir sind von unseren Aufgaben in Ravensbrück überzeugt und begeistert!Workcamp bedeutet, dass man arbeitet. Dies taten wir natürlich auch gerne und zur Zufriedenheit aller. Zusammengefasst können wir folgendes Resümee ziehen: Wir haben begonnene Arbeiten an einem Hang beendet. Dort wurden Buschwerk, hohes Gras und kleinere Bäume entfernt, damit Besucher eine freie Sicht ins Gelände haben. An der Gedenkstätte führt der Fahrradweg von Berlin nach Kopenhagen vorbei. Von diesem kann man nun wieder ohne Hindernisse auf das Gelände schauen. Nachdem wir diese Aufgabe recht zügig erledigt hatten, standen Arbeiten auf dem ehemaligen Siemensgelände an. Dort haben wir bereits 2003 Fundamente freigelegt. In diesem Jahr hatten wir die Aufgabe, einen langen Weg von Gras, Unkraut und Gestrüpp zu bereinigen. Zusätzlich wurden kleinere und größere Bäume an den Rändern des Weges, an Häusern und in einer Lichtung gefällt. Das war die richtige Aufgabe für die Männer, die sich beim Sägen so richtig auslassen konnten. Der Weg zeigt die Strecke, die die Frauen zur Zwangsarbeit in die Hallen von Siemens und Halske zurücklegen mussten. Hier hat die Kolpingjugend wirklich sehr schnell und viel gearbeitet. Zum Erstaunen der Gärtner, der Pädagogik und der Gedenkstättenleitung haben wir die gestellte Aufgabe in kurzer Zeit zur vollen Zufriedenheit erfüllt.
Auf Grund der teils sehr starken und langanhaltenden Regenfälle wurden Keller und auch Ausstellungsräume der Gedenkstätte unter Wasser gesetzt. Wir halfen spontan und bereitwillig die Räume leerzuschöpfen und trockenzulegen, um Schäden zu vermeiden und den Besuchern wieder den Zugang zu den Ausstellungen zu ermöglichen. Den letzten Arbeitseinsatz hatten wir dann am Platz des ehemaligen Zeltes und der einzigen noch originalen Baracke. Den Weg zum „Zelt“ kannten wir schon aus vorangegangenen Arbeitseinsätzen. Der Platz wurde von Moos befreit und gefegt. Die Hauptaufgabe war jedoch die Baracke gewesen. Wir haben einen Weg dorthin geschaffen und das Buschwerk, Moos und Gräser von der Baracke entfernt. Die störenden Büsche, die den Blick auf die Baracke behinderten, sind jetzt nicht mehr existent. Diese Aufgabe hat uns die Leiterin der Gedenkstätte, Frau Eschenbach, übertragen. Sie war mit unserer geleisteten Arbeit überaus zufrieden und von unserem enthusiastischen Engagement begeistert. Sicherlich wird sie sehr erstaunt gewesen sein, dass wir die Baracke in der kurzen Zeit vollständig bereinigt haben.
Natürlich wurde nicht nur gearbeitet während der Zeit in Ravensbrück. Täglich wurde gemeinsam gespielt und gesungen. Abends trafen wir uns immer zu einer Reflexionsrunde, um den Tag zu besprechen. Anschließend saßen wir dann bis tief in die Nacht am Lagerfeuer zusammen und haben den Tag ausklingen lassen. Dort wurde dann oft gesungen und sogar getanzt. Am Sonntag konnten wir bei mäßigem Wetter, während einer Dampferfahrt, die Seenlandschaft kennen lernen. Am Dienstag machten wir einen Ausflug an den wunderschönen Stechlinsee. Dort konnte dann relaxt oder der Fußball getreten werden. Natürlich wurde auch das verlockende Nass genutzt. Der Freiraum für Freizeit und persönliche Begegnung war gegeben, denn schließlich sollten die Teilnehmer viel voneinander erfahren und lernen. Am letzten Abend in Ravensbrück wurde gemeinsam gebastelt. Jeder konnte einen „Schutzengel“ basteln und diesen dann an einen anderen Teilnehmer als Erinnerung verschenken. Somit haben die Teilnehmer eine schöne Erinnerung an die Zeit und einen kleinen „Schutzengel“, der sie bis zum nächsten Treffen behüten soll. Nach viel zu kurzer Zeit ging dann leider das Workcamp zu Ende. Aber nur wenige Teilnehmer mussten sich jetzt schon verabschieden.
Mit insgesamt 17 Teilnehmern fuhren wir am Donnerstag nach Heldrungen zum KolpingJugendTreffen, vom 10. bis 13.08. Hier erwarteten uns weitere vier Tage Gemeinschaft und Spaß. Diese mittlerweile zusammengewachsene Gruppe hat das KolpingJugendTreffen sicherlich mit geprägt und bereichert. Gesang und Tanz stand auf der Tagesordnung der Gruppe. Einige Jugendliche haben in Heldrungen das Kolpingtagslied ins Albanische übersetzt. Das war gar nicht so einfach gewesen, denn das Lied wurde vom Deutschen ins Englische und dann ins Albanische übersetzt. Anschließend wurde die Übersetzung dann noch der Melodie angepasst. Der Text wurde sogar in der Zeitung des Jugendtreffens abgedruckt. Die kosovarischen und Berliner Jugendlichen gestalteten einen Workshop in Heldrungen und brachten Interessierten das Projekt Ravensbrück und das Land Kosovo näher. Nach den schönen Tagen auf der Wasserburg in Heldrungen ging es dann zurück nach Berlin. Eine Nacht hatten unsere Gäste noch, bevor sie wieder nach Hause fliegen mussten. Untergebracht waren die Kosovaren in St. Joseph Siemensstadt. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an die Kolpingsfamilie Siemensstadt, die die Unterbringung, Verpflegung, Transport und Stadtführung in Berlin organisierten. Die Stadtführung fand am Sonntagabend statt. In vier Stunden versuchten wir unseren Gästen so viel wie möglich von Berlin zu zeigen. Natürlich war dies viel zu kurz. Am Montag besuchten wir die Gedenkkirche Maria Regina Martyrum, die an die Opfer der NS-Zeit erinnert. Da an diesem Ort auch an die Opfer von Ravensbrück gedacht wird, war dies ein guter Abschluss der letzten elf Tage. Im Anschluss gab es noch einen kurzen Halt an der Gedenkstätte Plötzensee, hier wurden während der NS-Zeit Häftlinge hingerichtet. Nach diesen ganzen Eindrücken konnten die Jugendlichen aus dem Kosovo nun ganz andere Eindrücke erleben. Vor dem Essen stand noch eine „Shoppingtour“ auf dem Programm. Hier wurden Souvenirs und andere Dinge gekauft. Nun war der Abschied aber wirklich gekommen. Wir brachten die Kosovaren zum Flughafen und mussten uns nach elf wunderschönen, erlebnisreichen und unvergesslichen Tagen verabschieden. Hier wurde der Einladung in den Kosovo nochmals Nachdruck verliehen. Der Abschied fiel uns allen sehr schwer und die eine oder andere Träne floss dabei. Wir sind uns sicher, dass wir uns im nächsten Jahr im Kosovo wieder sehen werden. „Auf Wiedersehen“ oder „mirr u pafschem“ riefen wir uns zu und das soll auch so sein!
Das Projekt Ravensbrück 2006 war ein voller Erfolg gewesen! Die Arbeit in der Gedenkstätte, die Begegnung mit Kolpingern vor Ort, der internationale Austausch, die gemeinsame Freizeit und der Spaß, das Singen und Tanzen, das Erleben des KolpingJugendTreffen und die Tage in Berlin. Das alles war ein wirklich sehr beeindruckendes und unvergessliches Erlebnis für alle gewesen. Hoffentlich werden wir bald wieder solche tollen Erfahrungen machen können. Ich bedanke mich bei allen fleißigen Helfern, die dieses Projekt ermöglicht haben, insbesondere bei Adalbert und Nicole, Gott vergelts!
„Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand“ (Irische Segenswünsche)
Treu Kolping
Daniel Buchholz, Diözesanleiter
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Inhalt
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Seit 1996 arbeiten Mitglieder der Kolping Jugend im ehemaligen KZ Ravensbrück. Sie leisten ehrenamtliche Arbeit, indem sie Unkraut vernichten, ganze Flächen vom Baumbewuchs roden oder Instandsetzungsarbeiten verrichten. Auch in diesem Jahr t
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Unsere Kolpingjugend arbeitet seit 1995 in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Mal für ein Wochenende oder auch in einem Workcamp, das sich über eine Woche erstreckt. Für diese ehrenamtliche Tätigkeit wurde unsere Berline
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