
Seit Ende September werden wieder Unterschriften für Pro Reli gesammelt. Für eine erste Auswertung ist es zu früh, deshalb nur ein paar Gedanken zur Sache:
In Gesprächen bin ich gelegentlich auf nur schwaches Interesse an der Aktion gestoßen, weil man sich einfach nicht betroffen fühlt: Die eigenen Kinder sind entweder noch nicht oder nicht mehr
schulpflichtig, Enkelkinder noch nicht vorhanden.
Es geht aber um viel mehr: Der Berliner Senat hat mit der Absage an Religion als ordentliches Lehrfach eine sehr politische Entscheidung getroffen, weil er die Auseinandersetzung mit der Frage nach Gott ins Private verlagert. Privat aber war Religion nie!
Von meinem eigenen Glaubensweg her kann ich sagen, dass ich wirkliche Freiheit erst in der Anbindung an Gott erfahren habe. Erst seit ich weiß: Ich kann nicht ohne Gott leben – und ich will es auch nicht mehr! -, kann mein Leben vielleicht gelingen. Erst diese Freiheit gibt mir die Möglichkeit, mündiger Staatsbürger zu sein.
Kindern und Jugendlichen darf man die Begegnung mit Gott und das Wissen um die Wurzeln ihrer Kultur nicht vorenthalten. Die Frage nach Gott gehört zu unserem Menschsein zwingend dazu, nicht weil es sich einfach besser lebt, wenn mein Gegenüber die 10 Gebote befolgt und mir nicht mal eben den Schädel einschlägt, sondern weil es in der Gottesfrage um die Wahrheit unserer Existenz geht. Hier kann aber staatlicher Weltanschauungsunterricht – und Ethikunterricht ist immer in Gefahr, dazu benutzt zu werden – nicht weiterhelfen.
Jeder Mensch kann „nein“ zu Gott sagen, zuvor sollte er aber genau wissen, welche großartige Chance er zurückweist. Ihn absichtlich in Unkenntnis zu lassen, ist menschenverachtend und überheblich.
Da also der Berliner Senat die Farbe „rot“ so sehr liebt, sollten wir ihm in dieser Angelegenheit die entsprechende Karte zeigen! Bitte – engagieren Sie sich für Pro Reli!
(Info: www.pro-reli.de)
Angelika Gerber
(Pro-Reli-Beauftragte)