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Diese Worte haben in den letzten Monaten für unsere Kolpingsfamilie immer mehr an Bedeutung gewonnen. Zusammen mit der Wort-Bild-Marke „Kolping: verantwortlich leben, solidarisch handeln“ bilden sie unsere Öffentlichkeitskampagne. Uns ist klar geworden, dass wir uns wieder mehr in der Öffentlichkeit präsentieren müssen, damit wir nicht in Vergessenheit geraten. Dabei steht die Öffentlichkeit der Gemeinde an erster Stelle. „In der Gemeinde, für die Gemeinde, mit der Gemeinde“ so untertiteln wir die Wort-Bild-Marke auf der „cool katholisch Postkarte“.
Diese Kampagne fokussiert die Anliegen der Kolpingsfamilie. Ja, wir sind cool katholisch! Als katholischer Sozialverband stehen wir zu unseren Wurzeln, und leben diese auch. Wir sind Christen die den Glauben (er)leben, im einzelnen, in der Gemeinde, in der Kolpingsfamilie. Dabei stehen für uns der Glauben, das christliche Miteinander und die Nächstenliebe an erster Stelle. Wir wollen uns nicht in der Kirche einschließen, sondern unseren Auftrag tatkräftig in der Welt umsetzen! „In der Kirche zu Hause, engagiert für die Welt.“ Passender kann man unseren Auftrag nicht formulieren. Weil wir so handeln, uns auf Veränderungen und Neuerungen in der Kirche einlassen, deswegen sind wir cool katholisch! Mit diesem Slogan wollen wir das etwas verstaubte Image der Kirche wegwehen und auch junge Menschen ansprechen.
In der Kolpingsfamilie, der Gemeinde und in allen Lebenslagen wollen wir verantwortlich und solidarisch handeln. Dies ist ein Grundsatz von KOLPING und die Mitglieder nehmen diesen Grundsatz mit in die Kolpingsfamilie und ihren Alltag. Dieses Handeln wird sehr vielfältig umgesetzt, und würde viel Platz an dieser Stelle benötigen. Eines ist Gewiss, wir leben verantwortlich und handeln solidarisch, sonst würde die Kolpingsfamilie Siemensstadt nicht die sein, die sie ist!
Die Kolpingsfamilie existiert seit 58 Jahren in der Gemeinde St. Joseph Siemensstadt. Dabei war sie immer ein aktiver und akzeptierter Teil der Gemeinde. Die Mitglieder sind aus der Gemeinde, und engagieren sich für und mit der Gemeinde. Ob dies in der Gremienarbeit ist, der Vorbereitung und Durchführung der Gemeindefeste, tatkräftige Unterstützung bei anfallenden Tätigkeiten oder nur das Gespräch nach dem Gottesdienst. Wir haben uns immer als ein Teil des Ganzen verstanden, und wurden auch so verstanden.
Leider hat das Zusammenleben in der Gemeinde in den letzten Monaten stark gelitten. Durch Veränderungen und neue Gruppen in der Gemeinde kommt es immer wieder zu Unverständnis. Die Kirche wird immer leerer, die Gläubigen besuchen den Gottesdienst in anderen Kirchen, das Gemeindeleben zerfällt immer mehr. Das bedauere ich sehr. Die Gemeinde verändert sich, und immer mehr neue Gesichter kommen in unser Pfarrhaus und in die Kirche. Die bekannten Gesichter werden aber leider immer weniger.
Ich bin in dieser Gemeinde aufgewachsen und groß geworden. Hier habe ich die Sakramente empfangen, meinen Glauben verloren und wieder gefunden. Jetzt gehe ich nicht mehr gerne in den Gottesdienst in St. Joseph, da das Klima ein anderes geworden ist. Das liegt nicht an der Fusion! Ich habe mich auf eine größere aktive Gemeinde gefreut, und war ein Befürworter der Fusion von Beginn an! Die Gemeinde hat sich gewandelt, und so wie ich es empfinde nicht zum positiven. Das ist etwas was ich nicht verstehen kann, etwas was mich traurig macht.
„Meine Gemeinde“ wird unfreiwillig verändert. Ich bin den Neuerungen offen entgegengetreten. Ich habe mich nicht verschlossen. Aber ich kann diese Veränderungen nicht positiv bewerten. Die Gemeindemitglieder höre ich zweifeln: „Haben wir jahrelang etwas falsch gemacht? Den falschen Glauben gehabt? Falsch gebetet?“ Auch ich kann mich von diesen Fragen nicht frei machen. Ist es in EINER Gemeinde der richtige Weg wöchentlich eigene Gottesdienste zu feiern? Gilt der „normale“ Sonntagsgottesdienst nicht mehr?
Es gab schon einige Versuche uns dies zu erklären, aber ich kann dies nicht nachvollziehen. Die Kolpingsfamilie feiert, zum Beispiel den Kolpinggedenktag, auch im Gottesdienst mit der Gemeinde. Es werfen sich leider viele Fragen auf. Fragen die mir niemand beantworten kann, oder will. Mein Verständnis von Kirche und Gemeinde ist ein anderes. Alle Christen sollten gemeinsam und in Einheit den Glauben teilen und erleben. Wir als Gemeinde sollten uns auch als eine starke Gemeinschaft fühlen. Zusammenleben, nicht allein!
Gemeinsam den Gottesdienst feiern und uns auf die Frohe Botschaft konzentrieren. Ich glaube nicht, dass dies die Kirche ist, die uns vorgegeben ist. Eine Kirche die geteilt ist. Wir als Christen müssen EINE große Gemeinde sein! Die Gemeinde lebt durch den Einzelnen, durch Gruppen und Verbände, aber am Sonntag im Gottesdienst sind alle vereint zu EINER Gemeinde!
Ich würde mir wünschen, dass die Gemeinde wieder zu einer lebendigen Gemeinde wird. Das die Gemeindemitglieder wieder gerne in den Gottesdienst kommen, sich die Gläubigen kennen und gemeinsam das Gemeindeleben vielfältig gestalten. Das ist mein Wunsch, und meine Meinung. Ich finde es traurig dass es schon so viel Verlust in „meiner Gemeinde“ gab, und ich befürchte das noch viel mehr verloren geht, wenn sich nicht etwas ändert. Dass ich mit dieser Ansicht nicht alleine bin, das weiß ich. Meine Gebete enthalten diesen Wunsch immer wieder, verbunden mit der Frage: „warum“? Lasst uns im Glauben vereint einen Weg aus dieser unglücklichen Lage finden. Die Kolpingsfamilie sollte dabei ein starker Partner und Wegbereiter sein. Abschließen möchte ich mit zwei Zitaten unseres seligen Gründers Adolph Kolping. Seine Worte haben mich schon immer begleitet und begeistert. Das was er uns gesagt hat, hat auch heute nicht an Aktualität und Wahrheit verloren.
“Das Christentum ist nicht bloß für die Kirche und für die Betkammern, sondern für das ganze Leben.” A.K.
„Eine christliche Gemeinde bildet ebensogut ein Ganzes wie eine Familie, deren Mitglieder sich in besonderer Weise lieben, mithin sich auch in aller Hinsicht helfen und fördern sollen.“ A.K.
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