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Die neokatechumenalen Gemeinschaften in unserer Pfarrei St. Joseph - ein Erfahrungsbericht
Bereich: Erwachsenenpastoral / Neokatechumenat
Sonntag, 20. Januar 2008
In der letzten Fastenzeit fand in unserer Pfarrei eine so genannte “Katechese“ statt. Auf Einladung unseres Pfarrers berichteten das Ehepaar Matteo und Pamela Carpanese, der Priester Marek Malesa und der Diakon Marc Anton Hell von den Erfahrungen, die sie mit Gott gemacht hatten. Besonders blieb mir eine gemeinsame Liturgie mit unserem Kardinal Sterzinzky in Erinnerung, bei der dieser jedem von uns symbolisch eine Bibel übergab. Damit sollte die ungeheure Bedeutung des Wortes Gottes für unser Leben ausgedrückt werden.
Den Abschluss der Katechese bildete ein so genannter Gemeinschaftstag – ein zweitägiger Einkehrtag, auf dem wir uns in besonderer Weise in das Wort Gottes vertieften und gemeinsam die Heilige Messe feierten.
Im Anschluss an diesen Einkehrtag bestand bei einigen Teilnehmern der Wunsch, auch nach dieser Katechese zusammen zu bleiben und Wortgottesdienste und Eucharistie weiterhin gemeinsam zu feiern. Pfarrer Yago stellte hierfür den Pfarrsaal von St. Joseph zur Verfügung und war bereit, gemeinsam mit uns zu feiern. Schließlich wurde ein “Leitungsteam” gewählt, dem neben dem Ehepaar Karla und Wilhelm Ulloa-Beteta, der Studentin Maria Müller, der Schülerin Andrea Felix auch meine Frau Annette und ich angehören. So entstand vor knapp einem Jahr die neokatechumenale Gemeinschaft St. Joseph II. Sie feiert seitdem regelmäßig dienstagabends eine Wortliturgie und samstagabends die Eucharistie im Pfarrsaal. In größeren Abständen wird gemeinsam mit den anderen neokatechumenalen Gemeinschaften gefeiert, werden Einkehrtage begangen und Bußliturgien mit der Möglichkeit zur persönlichen Beichte gefeiert.
Um die Katechese vorzubereiten, bat Pfr. Yago eine Gemeinschaft, die bereits seit einigen Jahren zusammen Wortliturgie und Eucharistie in der genannten Art und Weise gemeinsam miteinander feiert, ihm zu helfen. Diese blieb auf Wunsch des Pfarrers in unsere Gemeinde (sozusagen St. Joseph I).
Im Laufe des vergangenen Jahres tauchten bei einigen Pfarrangehörigen Fragen nach dem Wirken dieser Gemeinschaften auf. Warum feiern die Gemeinschaften beispielsweise die Eucharistie für sich anstatt an der Vorabendmesse am Samstagabend teilzunehmen?
Die Gründe hierfür sind einfacher Natur: Im Anschluss an das Evangelium gibt es in der Eucharistiefeier der Gemeinschaft die Möglichkeit, den anderen mitzuteilen, welche Bedeutung die Schriftworte für einen persönlich haben, welche Schwierigkeiten man mit den Schriftstellen hat, welche Emotionen die Worte hervorgerufen haben. Zum einen darf die Gemeinschaft hierfür eine gewisse Größe nicht überschreiten, zum anderen fallen solche Äußerungen leichter, wenn man in einem vertrauten Kreis spricht. Ein solcher Austausch ist im Rahmen der Vorabendmesse nicht möglich, da die Zahl der Gottesdienstbesucher zu groß und die Atmosphäre deutlich unpersönlicher ist. Aus diesen Gründen feiern auch die beiden neokatechumenalen Gemeinschaften in St. Joseph die Heilige Messe in der Regel nicht gemeinsam. Dies geschieht nur dann, wenn einer Gemeinschaft der Priester fehlt oder von ihr nur ein sehr kleiner Teil der Mitglieder zugegen ist. Im vergangenen Jahr haben wir in der Gemeinschaft zahlreiche neue Kirchenlieder kennen gelernt, die in den Liturgien zur Gitarrenbegleitung gesungen werden. In den meisten Fällen handelt es sich um vertonte Psalmen.
Zusammengefasst: Die Katholische Kirche besitzt in ihren Liturgien einen unvorstellbar großen Schatz, der noch umso größer wird, als die Liturgien in den verschiedensten Ausprägungen gefeiert werden können. So liebt der eine Kirchenbesucher das lateinische Hochamt, der andere die Familienmesse, der dritte legt Wert auf den Kleinkindergottesdienst, dem vierten ist die von der Kolpingfamilie gestaltete Messe wichtig usw. usw. Alle diese Ausgestaltungen der Eucharistie sind wichtig und stehen völlig gleichwertig neben einander. In den neokatechumenalen Gemeinschaften treffen sich Menschen, die die Eucharistie eben in dieser besonderen Form feiern wollen. Das dies mit Erlaubnis des Heiligen Stuhls und persönlicher Bestätigung durch Kardinal Sterzinsky geschieht, bedarf eigentlich keiner Erwähnung.
Durch die neokatechumenalen Gemeinschaften ist das religiöse Angebot von St. Joseph um eine weitere Facette erweitert worden. Die Gemeinschaften sind offen für alle Besucher und Interessierten. Wir freuen uns über jeden, der mit uns die Eucharistie feiert. Die Wortliturgien finden dienstags um 20:30 Uhr, die Eucharistiefeiern samstags um 20:30 Uhr im Pfarrsaal statt. Sollten Sie weitere Fragen zu den Gemeinschaften haben, sprechen Sie mich an. Dem Pfarrgemeinderat habe ich angeboten, sich in einer Sitzung, an der ich als Gast teilnehmen würde, über die neokatechumenalen Gemeinschaften in St. Joseph auszutauschen.
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