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„Des einen Freud’ ist des andern Leid!“ Diese Erfahrung lässt sich vor allem im Winter machen. Während die Erwachsenen auf einen milden Winter hoffen, sehnen die Kinder möglichst viel Eis und Schnee herbei. Bis Mitte Januar war der Winter 2004/2005 aus Sicht der Kinder eine glatte Enttäuschung! In unserer Stadt war von Schnee weit und breit nichts zu sehen. Schließlich riss einigen Familien unserer Gemeinde der Geduldsfaden. Wenn der Schnee nicht zu uns kommt, kommen wir eben zum Schnee! Kurzerhand mieteten wir für das Faschingswochenende das Forsthaus Eggerode im Harz an. Am frühen Morgen des 5. Februars machten sich fünf Familien des Familienkreises – etwas genauer: 10 Erwachsene, 10 Kinder, 5 Schlitten, 4 Kinderwagen, ungezählte Windeln, Trinkflaschen und Verpflegung für zwei Tage – bei strahlendem Sonnenschein gut gelaunt auf den Weg.
Das Quartier erfüllte die Erwartungen vollkommen, allerdings: Vom Schnee war immer noch keine Spur zu sehen. Das sollte sich aber bald ändern! Nachdem die Quartiere eingerichtet waren, ging es mit den Autos nach Schierke am Fuße des Brocken gelegen. Dort endlich hieß es: Ski und Rodeln gut! Allerdings merkten wir auch bald, dass wir nicht die Einzigen waren, die es bei diesem Wetter in den Harz gezogen hatte. In dem Örtchen war kaum noch ein Parkplatz zu finden, so groß war der Andrang der Touristen. Unsere Kinder störte das nicht. In dicke, warme Schneeanzüge gepackt, wurde auf einem Abhang kräftig um die Wette gerodelt, bis die Dunkelheit mit ihrem Anbrechen drohte.
Frische Luft und häufiges „Schlitten-den-Berg-hochziehen“ bescherten den Eltern eine ruhige und entspannte Heimfahrt ins Quartier nach Eggerode. Von den hinteren Plätzen in den Autos drangen nur noch die leisen Schlafgeräusche unserer Kinder. Erst große Portionen Spaghetti mit Tomatensoße sorgten am Abend dafür, dass die Erschöpften wieder zu Kräften kamen. Nach dem gemeinsamen Frühstück am nächsten Tag ging es dann nach Hohegeiß. Während die größeren Kinder sich mit ihren Vätern mutig auf den Schlitten den doch recht steilen Hang hinunterstürzten, wurden die kleineren Kinder von ihren Müttern im Kinderwagen durch die verschneiten Wälder geschoben. Auch an diesem Tag herrschte „Kaiserwetter“. Nach dem wir uns zum Abschluss des Wochenendes noch in einem Gasthaus gemeinsam gestärkt hatten, traten wir am späten Nachmittag die Heimreise nach Berlin an. Wieder konnte man im hinteren Teil der Wagen ruhig schlafende, erschöpfte aber hoch zufriedene Kinder betrachten. Am Abend erreichten alle wohlbehalten wieder Berlin.
Zwei Wochen später kam der Winter dann doch noch nach Berlin. Zur Freude der Kinder, zum Leid der Erwachsenen!
M. Seumer
PS: Der nächste Ausflug des Kreises findet am 1. Mai statt. Wir freuen uns über jede Familie, die diesen Tag mit uns verbringen will!
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